recherchiert von der Lotsenbrüderschaft NOK  I

111 Jahre Nord - Ostsee - Kanal



Der NOK nach der deutschen Einigung

Bei den Durchfahrten lag der Nachkriegsrekord im Jahre 1965 bei 85 000 Schiffen. In den Folgejahren sank die Anzahl der Passagen gleichmäßig von Jahr zu Jahr ab und betrug im Jahre 1999 nur noch 35.000 Schiffe, um sich bis zum Jahre 2005 leicht zu erholen auf rund 45.000 Durchfahrten. Demgegenüber nahmen aber die Schiffsgrößen extrem zu. Sie stiegen von insgesamt 40 Mio. Tonnen auf fast 140 Mio. Tonnen. Gleiches gilt für die durch den Kanal transportierte Ladung, die 1999 noch bei 45 Mio. Tonnen lag, aber im Jahre 2005 bereits knapp 90 Mio. Tonnen betrug. Auch der Verkehr mit Sportfahrzeugen hat auf dem NOK zugenommen. Daraus ergibt sich, dass bei aller Modernisierung der technischen Einrichtungen der Dienst für die Kanalangestellten sowie für Lotsen und Steuerer nicht leichter geworden ist. Mit dem Ansteigen der Schiffsgrößen befahren auch immer mehr tiefgehende Fahrzeuge mit einem Tiefgang von über 8,5 m den NOK. Deswegen dürfen sie nur mit einer reduzierten Höchstgeschwindigkeit fahren. So kommt es öfter zu längeren Wartezeiten in den Weichen. Durch die ansteigende Schiffsbreite ist nicht immer eine optimale Schleusenbelegung möglich, da manche Schiffe nicht nebeneinander liegen können. Das größte Schiff des vergangenen Jahres war der chinesische Massengutfrachter „Lian Hua Feng", 225 m lang und 32,3 m breit, BRZ 39.894, der im November vergangenen Jahres in Ballast durch den Kanal in die Ostsee fuhr. Auch die Größe der Container-Feederschiffe und die durchlaufenden Ro/RoSchiffe nimmt ständig zu. Hinzu kommen außergewöhnliche Verschleppungen, wie beispielsweise das Durchschleppen des so genannten „FlenderDocks" am 27.2.2001, wo praktisch ein komplettes Schwimmdock durch den Kanal bugsiert wurde und die Verschleppung des Kasko, also eines Rumpfes im Rohbau des norwegischen Passagierschiffes „Norwegian Sun" am 24.09. des Jahres 2000. Das letztere Schiff erreichte die absolut zulässigen maximalen Abmessungen in bezug auf Breite und Höhe. Immer größer wurden auch die den Kanal passierenden Passagierschiffe, wie beispielsweise die „Norwegian Dream", über die in Presse und Fernsehen bereits mehrfach berichtet wurde.

Im Jahre 2004 setzte sich der Schiffsverkehr wie folgt zusammen:

Schiffszahl/BRZ

Handelsschiffe:
38 244122 / 487 714;
Fischereifahrzeuge:
124 / 3 751;
Dienstfahrzeuge: 107 / 372 390;
Kriegsschiffe: 740 / 802 547;
Sonstige Fahrzeuge: 2.4671 / 189 698;
Sport- und sonstige Kleinfahrzeuge: 14.326 / 56 008.

Gesamt NOK :

  • 56 008.

Zum Vergleich der Panama-Kanal 2004:

  • 13 896 Fahrzeuge.

Suez-Kanal 2003:

  • 15 667 Fahrzeuge.

Durchschnittlich befinden sich täglich 114 Schiffe im Kanal. Im Verlaufe eines Jahres zählt man zwischen Kiel und Brunsbüttel die Flaggen von rund 80 verschiedenen Staaten.
Am häufigsten ist die Flagge der Bundesrepublik mit 35,7 Prozent der Durchfahrten, auf Platz 2 folgt Großbritannien und an dritter Stelle die Niederlande.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kanals auf das Bundesland Schleswig-Holstein sind infolge der Kanaleinnahmen, der Steuern und Abgaben aus den am Kanal ansässigen Firmen und den Einnahmen des Tourismus komplexer Natur. Bisher gelang es nicht, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kanalverkehrs für das Land bis zur letzten Konsequenz zu berechnen.

Man weiß nur, für die Region ist der Kanal heutzutage unverzichtbar.

Gerd Peters

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